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Als Einstieg in die Theorie der Berechenbarkeit versuchen wir uns
in eine Zeit zurückzuversetzen, in der es den Begriff einer
berechenbaren Funktion noch nicht gab. Ja mehr noch, in der man
sich nicht vorstellen konnte, daß es so etwas wie prinzipielle
Unberechenbarkeit für jetzt und alle Zeiten überhaupt gibt.
Für eine solche Rückblende eignet sich das zehnte HILBERTsche
Problem besonders gut. In den darauf folgenden drei Abschnitten
stellen wir drei formale Definitionen des Begriffs einer
berechenbaren Funktionen vor. Die erste orientiert sich an dem
Modell einer Maschine, das die Berechnung durchführt.
In der zweiten Definition wird dieser Aspekt in den Hintergrund
geschoben und statt dessen die Programmierung einer Berechnung
betont. Der dritte Zugang schließlich ist strikt mathematisch.
Es wird induktiv eine Klasse von Funktionen definiert, die
auf den ersten Blick nichts mit der Idee der Berechbarkeit
zu tun haben.
Die drei Definitionen sind äquivalent, das heißt sie führen zur
selben Klasse berechenbarer Funktionen. Darauf gehen wir in
Abschnitt 1.5 näher ein. Nach der
Einführung einer formalen Definition sind wir in der Lage
Unberechenbarkeitresultate in einem strikten mathematischen
Sinn zu beweisen. Das wird zunächst für die Urzelle aller
Unberechenbarkeitsresultate, das Halteproblem, gezeigt und
dann auf weitere Probleme ausgedehnt.
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Prof. Dr. Peter H. Schmitt
2000-12-15